Leipziger Buchmesse 2020?

Liebe Rundbriefleserinnen und -leser,

Am Mittwoch wären wir eigentlich früh morgens nach Leipzig aufgebrochen und hätten dort vier spannende Messetage mit anderen Bücherfreunden erlebt.

Nach einem erfolgreichen und schönen Wochenende in Neckarsteinach widmen wir uns nun stattdessen zuhause in Karlsruhe anderen Projekten und bringen die Leipziger Buchmesse per Rundbrief zu Ihnen.
Im Folgenden wollen wir Bücher, Lesungen und Autoren zeigen, die wir für die Buchmesse (ein)geplant hatten. Vielleicht haben Sie ja Lust, die Lesungen bei sich zuhause zu rekreieren und eine private „Leseparty“ zu feiern.

Auch auf unserer Website finden sich natürlich alle Informationen zu unserem Programm.

Einen Vorteil hat das Ganze jedoch: durch die Absage sparen wir uns das Bücherschleppen und schonen damit unseren Rücken!
Am Sonntag ist schließlich „Tag der Rückengesundheit“.

Liebe Grüße und bis nächste Woche

Das Team des Lauinger Verlags

 

Virtuelle Buchmesse:

Lesung mit Rita König und Sigrid Kleinsorge

Fast schon ein ganzes Leben:

Erstes Kapitel: Großburgstein

Am frühen Sonntagabend stand ein junger Mann auf dem Bahnsteig, ans Geländer gelehnt, als wäre er damit verwachsen.
Der Novemberwind fuhr durch seine Haare und über das blasse Gesicht eines Stubenhockers, dabei hatte der Sommer von April bis Oktober gedauert. Er schob sich einen »Pfeffi« in den Mund, lutschte ein Loch hinein und kaute den Rest, zwischendurch sog er immer wieder Luft ein, um die Schärfe abzuschwächen. Eine Diesellok verschaffte sich mit dröhnendem Hupen Einlass in den Bahnhof von Großburgstein.
Der junge Mann beugte sich vor, weiterlesen

 

Rabeninsel

Die Nachricht

Ruth
Er hatte all die Jahre gelebt, das wusste ich nun. Seit mein Bruder vor sechzig Jahren verschwunden war, hatte ich auf ein Lebenszeichen von ihm gewartet. Nun war er tot, aber eines seiner Kinder hatte geschrieben und gefragt, ob es moglich sei, dass wir verwandt sind. Sein Geburtsdatum passte: der 13. Juni 1935. Auch der Vorname. Daneben standen die Namen seiner Kinder: Armin, Sandra, Ulrike und Ole, auch ihre Geburtsdaten. Er war funfundsiebzig Jahre alt geworden. Dabei hatten die Eltern und die Schwester, denen er zu schwierig erschienen war, behauptet, er sei als junger Mann gestorben. Nur ich hatte es nicht glauben wollen. Und jetzt konnte ich es kaum fassen! zum Buch

 

Lesung mit Heidi Fischer, Stephanie Langenberg und Markus Palic

Weißer Tod im Paradies – erscheint in 14 Tagen

Mallorca – Anfang Mai:
Die Luft in der Szene-Disco am Ballermann von Mallorca
war zum Schneiden. Im »Paradise« herrschte Hochstimmung. Es war Anfang Mai, noch keine Hauptsaison auf der Baleareninsel, doch die Lokale entlang der Partymeile, besser bekannt als Bier- und Schinkenstraße, waren gut besucht. Lautes Pfeifkonzert begleitete den unbeholfenen Strip einer neunzehn- jährigen Touristin. Sie tänzelte unprofessionell, aber leidenschaftlich, über die Bühne. Nur mit hochhackigen Schuhen, Spitzen-BH und Minislip bekleidet, erfüllte sie sich und den meisten Besuchern der Disco ihren Traum von sexueller Freizügigkeit, oder was sie dafür hielten. Sie genoss die uneingeschränkte Bewunderung, der zum Großteil sturzbetrunkenen, männlichen Gäste. Die Happy-Hour war soeben unter dem Motto »Drei für Zwei« zu Ende gegangen, viele Urlauber hatten sich noch schnell mit reichlich Getränken eingedeckt. Prosecco, Bier und Schnaps flossen in Strömen.
zum Buch

 

Varieté

Hamburg 2020
Paul blinzelte. Sonnenlicht blendete ihn, er hatte vergessen, den Rollladen herunterzulassen. So drang die Sonne nun ungehemmt in den Raum und erinnerte ihn daran, dass er aufstehen musste. Er wollte nicht. Kopfschmerzen plagten ihn und die Helligkeit des Morgens brachte ihm die Ereignisse der letzten Nacht zurück. Paul blinzelte noch einmal und drehte den Kopf gerade so weit, dass seine Augen die Silhouette der jungen Dame neben ihm erfassten. Sie war hübsch und hatte wirklich ausgesprochen schone Brüste. Ihr Haar floss in braunen Wellen über ihre Schultern, eine einzelne Strähne hing ihr ins Gesicht. Sie hatte eine Stupsnase, die von der Sonne leicht gebräunt war, ebenso wie ihr Dekolleté. zum Buch

 

Klima Killer – erscheint in 14 Tagen

Böses Erwachen
Als sie aufwachte, überkam sie eine heftige Übelkeit. Den beißenden Geruch des Betäubungsmittels spürte sie immer noch in der Nase. Eleonore Berger saß an Händen und Füßen gefesselt auf einem Stuhl in einem feuchten Sandsteingewölbekeller, in den fahles Licht durch vier schmale Kellerfenster hereinschimmerte. Als sie ihre Zähne zusammenbeißen wollte, spürte sie, dass ein Knebel in ihrem Mund steckte, der mit einem Klebstreifen an ihren Wangen befestigt war. Bloß nicht übergeben, dachte sie. Das könnte tödlich enden.
Jetzt war Besonnenheit angesagt. Blitzschnell rekonstruierte sie, was geschehen sein musste.
Sie erinnerte sich daran, wie die Außentür des Kellers mit einem Donnerschlag aufsprang und sie hastig mit dem Schlüssel am Schloss der Tür, die vom Keller in den Wohnraum führt, herumhantierte, als sie von hinten ein kräftiger Arm umklammerte und ihr von einem üblen Geruch schwarz vor Augen wurde. Danach: Filmriss. zum Buch

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