Kleine Geschichte der Kriege und Festungen am Oberrhein

ISBN: 978-3-7650-8546-8
19 × 12.5 × 3 cm
Gebunden
200 Seiten

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Buchbeschreibung: "Kleine Geschichte der Kriege und Festungen am Oberrhein" von Bernd Wunder

1630-1945

Der Oberrheingraben war in der europäischen Geschichte der Neuzeit eine häufig umkämpfte Front. Zwischen 1630 und 1945 gab es fast keinen Krieg in Europa, in dem nicht auch am Oberrhein gekämpft wurde. Trotzdem gibt es keine zusammenfassende Darstellung dieses Teils der Geschichte Südwestdeutschlands. Ziel der vorliegenden „Kleinen Geschichte“ ist es, die Bereiche Krieg, Politik und Geographie zu verbinden. Die Darstellung soll die Grundzüge der Militärgeschichte einer Region erfassen und Fragen beantworten wie die, warum gerade diese Region zu einer europäischen Hauptfront wurde oder warum gerade hier so viele Festungen errichtet und wieder abgerissen wurden. Warum wurde Freiburg von 1632 bis 1744 acht Mal belagert und erobert, die württembergische Landeshauptstadt Stuttgart aber kein einziges Mal? Nur die Einbettung in den historischen Prozess vermag darauf Antworten zu geben.


Leseprobe


Informationen über den Autor "Bernd Wunder"

Bernd Wunder habilitierte sich 1974 über die Entstehung der Beamtenschaft in Bayern und Württemberg (1780-1820) und lehrte von 1977-2003 als Professor für Neuere Geschichte an der Universität Konstanz.Seine Forschungsschwerpunkte sind Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen sowie Verfassungs-und Verwaltungsgeschichte des 17.-19. Jahrhunderts.

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1 Bewertung für Kleine Geschichte der Kriege und Festungen am Oberrhein

  1. Daniel Kuhn

    WUNDER, Bernd,
    Kleine Geschichte der Kriege und Festungen am Oberrhein 1630 –
    1945, Karlsruhe 2013
    .
    Der Konstanzer Historiker Bernd WUNDER legt mit diesem Buch eine konzise Darstellung südwestdeutscher Militärgeschichte vor, die in einem breiten Bogen die Feldzüge und Schlachten sowie die Entstehung und Veränderungen militärischer Bauwerke des Oberrheins von 1630 bis 1945 darstellt.
    WUNDER gesteht zu, daß der Oberrhein in seiner Geschichte selten eine Hauptfront gebildet hat, schlicht weil der Rhein eben erst seit dem Beginn des XIX. Jahrhunderts eine Grenze bildet, während zuvor militärische Auseinandersetzungen meist Durchbruchs- und Durchzugsversuche über den Donauübergang zwischen Nördlingen und Ulm waren und die großen Schlachten fernab des Rheins geschlagen wurden. Daher weitet WUNDER seinen Untersuchungsgegenstand
    aus und führt allgemein in die Militärgeschichte der Frühen Neuzeit ein. Auch die Geschichte des Festungsbaus wird aus europäischer Sicht beleuchtet. Es ist gerade die Entwicklung und Bedeutung des defensiven, friedenswahrenden Festungsbaus, die gekonnt dargestellt wird. Ebenso wird dadurch aufgezeigt, daß der Festungsbau am Oberrhein auf militärtechnische Entwicklungen reagierte und zum Glück für die Region durch diese Anlagen mehr oder weniger unberührt von großen militärischen Auseinandersetzungen blieb.
    WUNDER identifiziert zwei Phasen der Oberrheingeschichte, während im XVII.und XVIII. Jahrhundert der Krieg hauptsächlich in Deutschland stattfand, wurde der Krieg nach 1815 in Frankreich ausgetragen; für die deutsche Kriegführung waren eher die linksheinische Pfalz und die Eifel wichtig, weshalb der Oberrhein eben von großen Kriegsverheerungen meist verschont blieb, stattdessen aber unter Truppendurchzügen und Bestimmungen von Friedensverträgen (Grenzsicherung und Annexion) zu leiden hatte.
    1 Der Band zählt aber keineswegs nur die einzelnen Kriegszüge, besonders des XVII. und XVIII. Jahrhunderts, auf, sondern präsentiert eine sehr ausgewogene, informierende Darstellung über die zentralen Eckpunkte deutscher und französischer Militärpolitik in der Frühen Neuzeit. Dazu zählt auch eine angemessene Berücksichtigung der Alltags- und Sozialgeschichte von Kämpfenden und der Zivilbevölkerung, die allerdings noch hätte weiter ausgebaut werden können. Die Kriegszüge und Schlachten selbst werden in die europäische Geschichte der Frühen Neuzeit eingeordnet, so daß der Hintergrund der kriegerischen Auseinandersetzungen deutlich wird. In vom Text abgesetzten Kästen werden Entwicklungen der Militärgeschichte und der Waffentechnik vermittelt. Am Ende finden sich eine Aufzählung der Festungen am Oberrhein sowie eine kurze Zusammenfassung ihrer Geschichte.
    Besonderen Wert legt der Autor auf die Darstellung der Kriege des XVII. und XVIII. Jahrhunderts, während das XIX. und XX. Jahrhundert eher kurz und summarisch abge- handelt werden. So fehlen größere Teile dieser Zeiträume, wie die Zeit zwischen 1815 und 1870 oder die Weimarer Zeit. Dagegen wird das Oberrheingebiet als Region umfassend eingeordnet, wenn beispielsweise Geschehnisse bis in den Kölner Raum dargestellt werden. Die linksrheinische Pfalz erhält nicht nur durch den fälschlicherweise benannten „Pfälzischen Erbfolgekrieg“ (S. 80) Raum, sondern wird in den strategisch-
    en Entscheidungen der Militärs (S. 166) mitbedacht.

    Insgesamt ist das Buch ein spannend geschriebenes, interessantes Beispiel für moderne Militärgeschichte, die sich zwar stark mit Feldzügen, Schlachten und Kriegen beschäftigt, aber darüber hinaus auch Fragen nach Kultur und Gesellschaft der Frühen Neuzeit und des XIX. Jahrhunderts stellt. Wer sich also für den Oberrhein und die Wirkung von Krieg, Frieden, Landesverteidigung und Kriegführung interessiert, findet in diesem Buch ein interessantes Beispiel einer modernen regionalen Militärgeschichte.
    Daniel Kuhn

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